Ausstellungen@Berlin: Teil 2 – Kunst, Kibby und QR-Codes

„KIBBY“ Kippenberger im Hamburger Bahnhof

Im Hamburger Bahnhof in Berlin ist noch bis August 2013 die Ausstellung „Martin Kippenberger: very good – sehr gut“ zu sehen, die mich wirklich begeistert hat. Zwar ist die Ausstellung zugegebenermaßen sehr weitläufig, aber die zahlreichen, facettenreichen und tiefgründig, oft ironischen Arbeiten Kippenbergers brauchen Raum. Seine Kunst in Wort, Bild, Musik, Skulptur, Papier, Film, Ton, Literatur und oft aus Berlin braucht Platz, um sich zu entfalten und zu wirken. Die Arbeiten des Künstler – oder wie er sich selbst nannte, „Exibitionisten“ – machen allemal wett, dass man die großen Ausstellungshallen des Hamburger Bahnhofs komplett durchschreiten muss.
Ein Besuch dieser Ausstellung lohnt sich auf jeden Fall, allerdings ist es ratsam Zeit mitzubringen, um sich auf die Arbeit eines der bedeutensten Künstler seiner Generation, der gar keiner sein wollte, ganz und gar einzulassen. Wer bis dato noch kein Kibby-Kippenberger-Fan ist, wird es sicher nach der Schau sein und gute Laune haben, denn das war es, was er wollte: „Kunst wird ja sowieso immer erst im Nachhinein betrachtet… Ich würde sagen, 20 Jahre ist der Zeitraum. […] Was dann die Leute noch von mir erzählen oder nicht erzählen werden, entscheidet. Ob ich gute Laune verbreitet habe oder nicht. Und ich arbeite daran, dass die Leute sagen können: Kippenberger war gute Laune!“ (siehe: Ausstellungstext auf der Webseite des Hamburger Bahnhof)
In diesem Sinne also: Auf die gute Laune mit ein paar Impressionen!

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„FRAME BY FRAME“ – QR-Codes im Kunstraum Waschhaus (Potsdam)

Zwei meiner Lieblingskünstlerinnen, Uta Weyrisch und Eva Paulitsch, hatten während meines Berlin-Besuchs eine Ausstellung mit dem Titel „Frame by Frame“ im Waschhaus in Postdam. Ich kenne die beiden einer Präsentation ihrer Arbeit, die sie im Museum für Kommunikation im Zuge einer unserer KOMMBars gezeigt haben. Schon damals war ich begeistert von ihrer Kunst und den dieser zugrunde liegenden Ideen an der Schnittstelle zwischen Medien, Projektionen, Kommunikationsmittel und Film; Inszenierungen also zwischen analoger Repräsentation und digitaler Sammlung. Ihre Kunst basiert auf einer Sammlung von Handyfilmen, die Weyrich und Paulitsch auf ihrem PW-Blog zum Teil auch zeigen. Die Filme, zumeist bei Jugendlichen eingesammelt und gefilmt mit Handys verschiedensten Typs sind oft flüchtige Zeugen des Lebens anderer Menschen. Die Handyfilme, die mal schnell und zwischendurch aufgenommen werdn, stehen aufgrund ihrer Art auch immer kurz vor dem „Delete“. Das ist es, was für die beiden Künstlerinnen ihre Sammlung so interessant macht. Die beiden wollen die Filme bewahren. Anstatt gelöscht zu werden, sollen sie in Kunst inszeniert werden – und zwar immer auf eine andere Art und Weise. Die Künstlerinnen „zerteilen“ die gesammelten Filme immer neu und anders. Mal zeigen Projektionsflächen, die scheinbar in dunklen Räumen schweben, verschiedene Szene aus den Handyfilmen, in die der Besucher eintauchen kann. So wird man selbst zum Teil der Installation, ist umgeben von Szenen im Leben anderer Menschen, die zwar Einblicke geben, aber irgendwie doch nichts verraten.

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Aber Weyrich und Paulitsch nutzen nicht nur die direkte Projektion, sondern arbeiten auch mit Repräsentationen. So wird der Besucher von „Frame by Frame“ zum Beispiel mit knallig bunten QR-Codes verschiedener Größen konfrontiert. Diese wirken auch ohne dass man den Code dahinter kennt, ufgrund ihrer Farbigkeit und Musterung. So wird die Idee des QR-Code ein wenig ad absurdum geführt, will man doch sonst immer direkt entdecken, was hinter ihm steckt oder wofür er steht. Dass man zunächst nur den Anblick genießt, bricht mit der traditionellen Zugang zu diesem Kommunikationsmittel.

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Natürlich steckt aber auch hinter den QR-Codes bei Weyrich und Paulitsch etwas. Scannt man den Code wird man wiederum auf verschiedene Handyfilme aus der Sammlung der Künstlerinnen geführt. Die hier im Gegensatz zu den Projektionen etwas länger dauern und dadurch einen längeren Einblick in Interessen anderer Menschen gewähren.

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Insgesamt begeistern die Arbeiten der beiden Künstlerinnen wie schon bei meiner ersten Begegnung mit ihnen. Ich freue mich auch schon auf die Ausstellung meiner „Handymädels“, die ab September diesen Jahres im Museum für Kommunikation in Frankfurt zu sehen sein wird. Ich bin wirklich gesapnnt welchen Aspekt von Kommunikationstechniken und Projektionen die beiden dann beleuchten werden.

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