ROMANTIK! SCHWARZ!

SCHWARZE ROMANTIK! – „… und die Welt hebt an zu singen, triffst du nur das Zauberwort.“ (Eichendorff)

Der zweite Romantik-Termin folgte dann am heutigen 25.10.2012. Die Ausstellung „Schwarze Romantik von Goya bis Max Ernst“ im Städel ist Gastgeber_in für einen #KultUp. Bei diesem wurde zum abendlichen Ausklang des ersten Tags des StARTCamps Frankfurt im Zuge eines Communityabends mit Tweetup und Blogparade per Twitter über die Ausstellung berichtet und diskutiert.

Los geht der Kultup!

Ohne die Deutsche Romantik, wie sie denn in hoffentlich naher Zukunft im Romantik-Museum in Frankfurt zu sehen sein wird, ist auch die Späte oder Schwarze Romantik nicht denkbar. So auch nicht ohne Goethe, der sich im Gegensatz zu einigen seiner klassizistischen Aussprüche viel mit der Romantik auseinander gesetzt und auch der schwarzen Romantik mit dem Faust eines der inspirierendsten Werke geschenkt hat. Die Ausstellung im Städel ist sich dieser Verbindung durchaus bewußt und zeigt künstlerische Rezeptionen von Goethes Faust und dessen Motivik an vielerlei Stellen in der Schau.

Cornelius: Der Gang nach dem Brocken (1810/11), Foto: Annabelle Hornung

Über 200 Werke international bedeutender Künstler wie, um nur ein paar Namen zu nennen, Goya, Kubin, Dali, Füssli, Friedrich, Blake, Hugo und vielen mehr gibt es über zwei Stockwerke zu sehen. In einer eindrucksvollen Präsentation wird ein weiter Bogen geschlagen, der die dunkle Epoche, „Schwarze Romantik“ in ganz neues Licht setzt. Die Abwendung der Kunst von ihrer realen Umgebung und die Hinwendung zum Geheimen, Verborgenen sowie die Auseinandersetzung mit den Ängsten ist in der Gestaltung der Ausstellung sowie der Auswahl der Werke spürbar. Es ist alles mit dabei: Geheimnisvolles und Phantastisches, Obskures und Geisterhaftes, Tödliches und Schauerliches, Alptraumhaftes und Dunkles, Wahnsinniges und Wahnhaftes, Leidenschaft und Lust, Gier und Begierde bis hin zur Fortführung im Symbolismus und Surrealen.

Oehme: Prozession im Nebel (1828), Foto: Annabelle Hornung

Um das (Nach-)Spüren des Geistes der „Schwarzen Romantik“ noch zu verstärken, arbeitet die Ausstellung neben der traditioneller Kunstpräsentation an der Wand auch medial. Zu Drucken, Zeichnungen – wie Goyas Blätter aus der Serie Los Caprichos – und Malereien – wie Füsslis Nachtmahr oder Blakes Der große rote Drache und die Frau, mit der Sonne bekleidet – große Leinwände. Filme wie Nosferatu oder Frankenstein sind im wahrsten Sinne des Wortes bewegte Bilder, als wäre die Kunst in den Black Boxes der Vorführräume in flirrende Bewegung geraten. Der Medienwechsel zum Bewegtbild tut der Idee hinter der Kunstausstellung „Schwarze Romantik“ jedoch keinen Abbruch, sondern betont vielmehr deren Ausläufer und produktive Rezeption bis in den frühen Film (die man sich laut Kurator Dr. Krämer zum Gruseln anschaute).

Goya: Große Heldentat! mit Toten! (1810-15), Foto: Annabelle Hornung

Wirft man einen Blick in die aktuellen Berichte in den Online- oder Printmedien, fassen diese auf den ersten Blick gut zusammen, worum es in der Ausstellung geht: Die Ausstellung zeigt laut FAZ die „Nachtseite der Romantik“ SpiegelOnline stimmt mit „Wahnsinn, diese Begierde“ und „abgeschlagene(n) Köpfen“ zu und in der Süddeutschen propgiert man die Faszination des Bösen .

Behrens: Kuss der Sphinx (1879), Foto: Annabelle Hornung

Alles in allem erscheint mir die „Schwarze Romantik“ nicht nur schwarz und dunkel, alptraumhaft und todessehnsüchtig – auch wenn viele Kunstwerke uns das glauben machen wollen. In erster Linie ist diese Epoche und ihre Erzeugnisse vor allem bittersüß und „sehnsuchtsvoll“ – voller Sehnsucht nach Orten, Träumen und Welten, die nicht die eignen oder realen sind. Ob nun Deutsche, Schwarze oder Schauerhafte Romantik, die Romantik als Epoche ist faszinierend, vor allem wenn man sich für die Aneignung mittelalterlicher Motive und deren Rezeption interessiert. So schildern beispielsweise die drei Wunderketten in Heinrichs von dem Türlein Diu Crône ebenso (alp-)traumhafte Schreckensbilder, wie sie die Künstler der Ausstellung „Schwarzen Romantik“ in ihren Werken in bildhafte Formen übertragen haben. Das allerdings wissenschaftlich und nicht „romantisch“ genug für diese Woche und wird deswegen an anderer Stelle diskutiert. In diesem Sinne einfach einmal mehr ein wunderbares Video von Element of Crime von deren gleichnamiger Platte Romantik und zur Einstimmung auf ein „gefühlvolles“ Wochenende.

ROMANTIK!

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